Nova9 v2 — vollständige Endpoint-Agenten und EU-Modell-Routing

Release-Notizen für Nova9 v2 — Endpoint Agents auf macOS und Linux, EU-Modell-Routing mit harten Region-Garantien, neuer Audit-Export für DORA-Berichte.

Worum es geht

Nova9 v2 ist seit dem 20. Mai 2026 produktiv. Dieses Release schließt drei Lücken, die wir aus den ersten zwölf Monaten v1 mitgenommen haben: Endpoint-Abdeckung über Windows hinaus, harte EU-Modell-Garantien und ein Audit-Export, der DORA-Berichte ohne Nachbearbeitung erzeugt.

Endpoint Agents auf macOS und Linux

Bisher waren Endpoint Agents auf Windows produktiv. Mit v2 sind macOS (Sonoma+) und Linux (Ubuntu 22.04+, RHEL 9+) GA. Die Architektur ist gleich: lokaler Agent, signierte Aktionen, Audit an zentrale Instanz. Was sich unterscheidet, sind die System-Hooks — wir mussten für jede Plattform sauber prüfen, was lokal entschieden werden darf und was zwingend ans Backend muss.

Praktische Folge: ein Mandat aus dem Bildungs­sektor (Linux-Workstations) konnte den Patch-Workflow auf die gleiche Steuerung umstellen, die der Windows-Floor schon nutzt. Eine Wochenarbeit Migration.

EU-Modell-Routing mit harten Garantien

Der LLM Gateway routet jetzt auf Modell-Pools mit harten Region-Garantien. Wenn Sie „nur EU" konfigurieren, wird kein Token an ein US-gehostetes Modell geleitet — auch nicht im Fallback. Das war vorher Best-Effort. Jetzt ist es Vertrag.

Was bedeutet das technisch:

  • Modell-Pools sind nach Region klassifiziert (eu-cloud, de-dc, on-prem, air-gapped).
  • Eine Anfrage spezifiziert die zulässigen Pools.
  • Wenn kein Modell im erlaubten Pool antwortet, scheitert die Anfrage explizit — sie wandert nicht heimlich woanders hin.

Für DORA-relevante Mandate liefert v2 außerdem ein Routing-Audit: pro Anfrage steht im Log, welches Modell in welcher Region geantwortet hat. Auditoren bekommen damit den Nachweis, den sie sehen wollen.

Audit-Export für DORA

DORA verlangt periodische Berichte an die Aufsicht. v2 exportiert direkt:

  • Alle Tool-Calls über einen Zeitraum
  • Modell-Aufrufe mit Region
  • Vorfälle mit Eskalationspfad
  • Anomalien (Auto-Rollback, Override-Aktionen)

Format: PDF + signiertes JSON. Wir haben den Export gegen die Vorlagen von zwei BaFin-beaufsichtigten Mandaten geprüft — er wird ohne Nachbearbeitung akzeptiert.

Migration von v1

Existierende v1-Instanzen werden über einen einstündigen Wartungsslot migriert. Konfiguration und Audit-Historie bleiben erhalten. Wenn Sie eine Klon-Instanz auf eigener Hardware betreiben, schicken wir das Migrations-Bundle als signierte Pakete.

Nächste Schritte

In Arbeit für v2.1 (Q3 2026):

  • Sentinel-360 als Modul innerhalb Nova9 — heute eigenständig, wird als Modul anbindbar
  • Mehrsprachige Audit-Berichte — Aufsichts­behörden in AT und CH brauchen leicht andere Formate
  • Klon-Self-Service — Mandate können den Snapshot zukünftig selbst ziehen, ohne Engineering-Slot

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